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Paragliding World Cup Pegalajar, Spanien

Beitrag von Michael Gübeli

Mein Traum und Ziel, einmal an einem World Cup teilzunehmen, ging in Erfüllung:

Einen Monat nach Anmeldeschluss und ca. 1 ½ Monate vor dem PWC erhielt ich die Zusage, dass ich selektioniert wurde.
Dann ging es schon richtig los: Innerhalb von fünf Tagen musste ich Bescheid geben, ob ich hingehen werde oder nicht, und innerhalb von sieben Tagen auch schon bezahlen.
Okay, man braucht dann noch einen Flug und eine Unterkunft.
Der Veranstalter stellte einige Unterkünfte auf die Webseite. Die sind in der Nähe und gut geeignet für den Wettkampf.
Was er aber nicht beachtete: Dass zuerst die nationalen Meisterschaften waren, anschliessend die Pre-Europameisterschaft,  gefolgt vom Weltcup (man rechne 3 mal 120 Teilnehmer, in einem kleinen Dorf, welches gerade mal 3000 Einwohner zählt. Dazu kam dann noch ein grosse Dorffest, mit Besuchern von Nah und Fern …). Alles ausgebucht - man musste ausweichen auf andere Orte.
Es würden Shuttles organisiert, hiess es auf Anfrage.

17.20 gelandet in Granada, wurde ich nach einer Stunde Wartezeit mit dem Shuttle abgeholt.
Eine Stunde Shuttle Fahrt nach Pegalajar, und nun stand ich im Hauptquartier.
Ich wartete darauf, wie es weiter geht, jedoch waren alle verschwunden…
Irgendwann schickte mir das Hotel jemanden, der mich abholte.
22:30 Check-in im Hotel.

6.Mai: Trainingstag
Wurde abgesagt wegen zu starkem Wind am Startplatz.
Der Startplatz ist auf einem Pass, der Wind ging immer zügig. Aber abends war die Eröffnungszeremonie. Mit Nationen - Schilder und Dorfmusik gabs einen Umzug durch das Dorf.

7.Mai: Task 1
Das Safety-Briefing hatte es in sich.
Wir erfuhren, dass es vom Startplatz zum Landeplatz gerade einmal 80 Höhenmeter Unterschied sind und dass nur drei Schirme aufs Mal ausgelegt werden können.
Wir wurden auch instruiert, wie wir am besten zwischen den Olivenbäumen lande können.
Am Startplatz zügiger Wind. Trotzdem machte ich mich bereit, um früh zu starten.
Nach dem Task Briefing war ich voller Elan und Motivation, wollte ich starten. Der Start war bereits offen, und in 2.5 Stunden ging das Rennen los.
Jedoch kamen die Veranstalter mit dem PWC Reglement, das besagt:
Am ersten Tag gibt es Vorrang für die besseren Piloten, nach Qualifikationsbuchstaben. Nur wurde dies ein bisschen missverstanden, und es war dann so, dass die Besten zuerst starten mussten.
40 Minuten bevor der Luftstart war, durfte ich auch noch starten.
Die Spitzengruppe schon hoch oben am Thermiktop (Wolken hatte es keine).
Trotz starkem Wind ging es trotzdem recht gut hoch. Los geht das Rennen!
1. Drittel sah ich den spitzen Pulk von rund 60 Piloten noch in Griffweite.
2. Drittel noch einen Kreis höher drehen, dann kann ich aufschliessen … he halt, wo sind denn alle?
3. Drittel ganz alleine im Flachland Thermik zu finden ist sehr schwierig. Um so mehr bin ich froh, im Ziel angekommen zu sein.

8.Mai: Task 2
Heute wird früher gestartet.  Noch mehr Wind, und der ganze Himmel voller Cirren.
Heute haben sie auch das Reglement verstanden… (Rangierung top 40 vom Vortag hat Vorrang, muss aber nicht).
Zwei Stunden vor Rennstart war ich in der Luft, zum Soaren ging es nicht richtig, und die Ebene funktionierte auch erst ¾ Stunden vor dem Rennstart.
Da es der Spitze gleich ging, war ich beim Start voll vorne dabei. Gegen den Wind zur ersten Wende macht sich bereits mein kleiner Schirm und mein Gurtzeug bemerkbar - schlechteres Gleiten gegen den Wind. Immer mehr Rückstand baute sich auf. Ich versuche, in der Eile den Anschluss nicht zu verpassen… die Thermikblase nicht richtig erwischt … und weg waren sie.
Folgen, auch wenn man tiefer ist, war die Devise. So findet man einfacher Schläuche, jedoch kommt der Punkt, an dem man einfach wieder mal höher drehen sollte. Nach zwei low saves alleine in der Fläche war ich nur noch froh, dass ich überhaupt im Ziel war.

9.Mai: Task 3
Voller Freude auf den heutigen Tag nach dem gestrigen 60 Rang, versuchte ich weiter hin so zu fliegen.
Doch noch mehr Wind machte dies nicht einfacher. 51 Kilometer waren angesagt, kurz gegen den Wind, danach mit Rückenwind Richtung Ziel.
Bei so viel Wind machten sich das Gurtzeug und der kleine Schirm wieder bemerkbar: Nach dem Airstart rauschten alle an mir vorbei.
Doch im Goal angekommen, war ich trotzdem zufrieden. Auf der Rangliste sehr eindrücklich: Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h und mehr kamen innerhalb von drei Minuten 70 Piloten ins Ziel.

10.Mai: Task 4
Endlich in Richtung Berge, dachte ich mir, als wir die Aufgabe sahen.
Doch im Rennen stellte ich fest, dass mit so viel Wind die kleinen Berge nicht so funktionierten, wie bei uns.
Alles war ziemlich überspült und umströmt.
Trotzdem gefiel mir diese Route ziemlich gut. Ich genoss es, dass der Schirm lebte, sich bewegte und es spannend machte.
Viele andere hatten Mühe und fanden es sehr turbulent.
Ich war langsam, hatte aber grossen Spass und kam ins Ziel.

11.Mai: Task 5
101 Kilometer, wieder mit Wind, was auch sonst.
Nur eine andere Strategie: Nach Gesprächen mit Youri Pitteloud und Torsten Siegel passte ich diese an und flog das erste Mal mit einem richtigen Plan.
Zu meinen Gunsten: Ich war stets in der Verfolgergruppe, nur höher, und konnte so kontrollieren und die Taktik anpassen.
Dies gelang mir nur, da ich am Start gut positioniert war und es einfach besser lief.
Als die interne Hälfte des Spitzenpulks zu tief war und über einem Dorf verzweifelt Thermik suchte, konnten wir Verfolger darüber aufdrehen und weiterfliegen bis in Ziel.
Noch nie hatte ich mich so stark gefreut über den 41 Rang.

12. Mai: Task abgesagt, zu viel Wind
Mit Wind über 40 km/h auf 2000 Metern haben sie diesen abgesagt. Am Startplatz merkte man nicht so viel, aber Sicherheit geht vor. Der Wind wurde danach im späteren Nachmittag auch noch stärker.

13. Mai: Task 6
Am letzten Tag versuchte ich, noch einmal anzugreifen, nur dachten sich dies alle.
Es war schwerer als sonst, mitzuhalten. Bis ich wieder alleine tief irgendwo im Nirgendwo draussen im Flachland alleine Thermik suchte, bei 22 km/h Wind.
Ich kam zu dem Punkt, wo ich mir sagte, egal, hab Spass und flieg ins Ziel! Später kamen doch noch andere Piloten, welche hinter mir waren, die dachten wohl das Gleiche. Gemeinsam drehten wir auf und dann reichte es mir: Ich wollte vor denen im Ziel sein. So ergab sich wieder ein Rennen.
Dies machte richtig Spass, und ich kam vor denen ins Ziel.

Mein Fazit:
Mein erster PWC.
Alle Tage im Goal.
Bestes Ergebnis 41. Rang.
Nahe ist man erst bei Kontakt.
Berge: Bei zuviel Wind funktionieren sie nicht.
Auch alleine im Flachland findet man Thermik.


Die Top - Piloten fliegen im Flachen ein Stück weit planlos (ein bisschen links, dann ein bisschen rechts, bis man was findet, der Schwarm fliegt hinterher).
Direkte Linie und auf sich selber achten hilft beim Aufholen.


Sehr viele Submarines. Aber Submarines haben auch viele Nachteile. Sie brauchen die richtige Technik zum Starten - kaum Sicht auf Instrumente - Hitzestau im Gurtzeug - keine Möglichkeit, ins Cockpit zu fassen.
Hauptvorteil: Besseres Gleiten und Geschwindigkeit, wegen kleinerem Widerstand.
Andere Hersteller folgen. Niviuk hat ein hübsches Gurtzeug und hält mit. GIN hat eins, war aber nicht vor Ort.