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Der Traum vom Fliegen


21. Februar 2023

Der Traum vom Fliegen

  • Erlebt und geschrieben von Reto Froelicher

Danke Gübi für die Weitergabe des Stafetten Stabes an mich. Als «Piloten-Grünschnabel» fühle ich mich gleich doppelt geehrt, dass ich von einem meiner Flüge schreiben darf.

Nach der Ehre der Stabübergabe habe ich sofort überlegt, von welchem Flug ich schreiben soll…

 

War der Flug in Savognin, bei einer Starttemperatur von -18°C ab dem Piz Martegnas, und der anschliessenden Belohnung durch gemeinsames Aufdrehen mit dem Adler - Päärchen der eindrücklichste Flug? Oder doch eher jener im Val Lumnezia ab Hitzeggen, bei welchem ich bei schönstem Wetter anschliessend mit acht Bartgeiern gemeinsam in der Thermik aufdrehen durfte? Einer der intensivsten und lehrreichsten Flüge war sicherlich der erste Versuch, ein 100 km FAI-Dreieck ab Ruschein zu fliegen, was dann leider nicht ganz so funktionierte, wie geplant…

Auf jeden Fall war das Fliegen früher für mich eine Faszination, welche unerreichbar schien. Jedoch kam ein Freund von mir plötzlich auf mich zu und meinte, dass er gerne das Gleitschirm Brevet machen möchte. Als Helikopterpilot war er bereits vertraut mit der Materie Luft.
Nach einem schönen Schnuppertag haben wir uns für den Grundkurs angemeldet und ich habe mir meine Gedanken gemacht. Ist es das richtige für mich? Soll ich das wirklich machen?

Der Grundkurs fand in der letzten Juliwoche von Montag bis Freitag statt.

Gleich am Samstag, 01. August 2020, konnte der erste Höhenflug gemacht werden.

So stehen wir am 01. August 2020 auf der Alp Scheidegg. Nach einer intensiven Grundkurs-Woche, in welcher wir alle nötigen Punkte gelernt haben, damit wir fliegen können, liegt der Gleitschirm hinter mir auf der Wiese. Ich stehe mit eingehängtem Gurtzeug vor dem Schirm und gehe nochmals mit Sara den gelernten 5-Punkte Check durch. Funkkontrolle – alles in Ordnung – bereit für den Start! Ein letzter Kontrollblick auf den Flugraum, alles frei. Nun ziehe ich den Schirm mit bestimmten Schritten nach vorne hoch, beschleunige, und die Füsse verlieren langsam den Halt zum Boden – ich fliege!

In diesem Moment überkamen mich unglaublich viele Gefühle. Aber das grösste aller Gefühl war wohl die unglaubliche Freude am Fliegen.

Bei diesem ersten Höhenflug habe ich mich in diesen Sport verliebt. Seit diesem Tag versuche ich, jede freie Minute irgendwie in der Luft zu verbringen.

Darum war es wohl dieser Flug, der alles für mich veränderte und all die anderen am Anfang erwähnten Flüge überhaupt ermöglicht hat.

Reto Froelicher

 

Nun gebe ich den Stafettenstab weiter an Michael Kohl.